Denis Hoeger Caballero und der Selfmade Millionen Club

Kleingewerbe anmelden

Planst du eine selbständige Nebentätigkeit? Oder möchtest du dich mit einer Geschäftsidee selbständig machen, weißt aber noch nicht, ob das Geschäft auch „brummen“ wird? Da kommt dir vielleicht der Begriff Kleingewerbe sehr gelegen. Aber was ist überhaupt ein Kleingewerbe? Und welche Vorteile bietet es? Es gibt keine Rechtsform „Kleingewerbe“ in Deutschland. Das Kleingewerbe grenzt sich vom Handelsgewerbe dadurch ab, dass es nach der Definition im Handelsgesetzbuch keinen „in kaufmännischer Art und Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert“ (§ 1 HGB). Somit ist ein Kleingewerbetreibender auch kein Kaufmann und unterliegt auch nicht den strengen gesetzlichen Regelungen für Kaufleute.

Ein Kleingewerbetreibender kann nur eine natürliche Person oder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) sein. Als Kleingewerbetreibender kannst du zahlreiche Erleichterungen bei der Buchführung und Rechnungslegung, bei Steuern, insbesondere Umsatzsteuern, nutzen. So kannst du zum Beispiel eine Einnahmen-/Überschussrechung durchführen und musst keine doppelte Buchhaltung einrichten. Die Umsatzsteuer überweist du erst dann an das Finanzamt, wenn du sie auch tatsächlich einnimmst und nicht bereits, wenn die Rechnung verschickt wird. Das ist ein großer Vorteil für deine Zahlungsfähigkeit, gerade bei säumigen Zahlern, das ist auch der Grund warum viele zunächst ein Kleingewerbe anmelden statt sich direkt von Anfang an mit großen Steuerangelegenheiten zu bemühen Ebenso brauchst du deine Einrichtungsgegenstände wie Computer, Schreibtisch, Ladentheke, Stühle nicht zu inventarisieren. Auch entfällt die Pflicht zur Aufbewahrung von Korrespondenz.

Kleingewerbe gründen

Für die Gründung eines Kleingewerbes ist kein Startkapital notwendig, allerdings haftet der Kleingewerbetreibende mit seinem kompletten Privatvermögen. Du kannst dein Geschäft zum Handelsregister anmelden, allerdings entfallen dann die vorher beschriebenen Erleichterungen für einen Kleingewerbetreibenden und du unterliegst den Regelungen für ein kaufmännisches Unternehmen. Bei der Wahl des Namens für den Gewerbebetrieb bist du gegenüber einer in das Handelsregister eingetragenen Firma eingeschränkt. Die Geschäftsbezeichnung kennzeichnet das Geschäftslokal: Marien-Apotheke, Zum bunten Vogel, Fruchtkörbchen, Café Wollknäuel. Diese einfache Form darf in der Werbung für z.B. Leuchtreklame verwendet werden. In Anzeigen muss aber auch der Geschäftsinhaber mit Vor- und Nachnamen genannt werden.

Die Bezeichnung darf nicht den Namen einer im Handelsregister eingetragenen Firma vortäuschen. So sind zum Beispiel Geschäftsbezeichnungen wie Schulze & Co., Meier und Partner, oder Ernst Meier, Inh. Erwin Schulze nicht zulässig. Ebenso wenig zulässig sind Namen, die eine Unternehmensgröße vortäuschen, die kein Kleingewerbe mehr ist. Ein Beispiel hierfür wäre „Schluckspecht – Internationaler Spirituosenvertrieb“. Die Bezeichnung des Betriebs muss der Größe und der Art des Geschäftes entsprechen. Hilde’s Brotladen, Der kleine Automechaniker sind beispielsweise mögliche Bezeichnungen.

Musst du ein Gewerbe anmelden?

Auch wenn dein Geschäftsbetrieb ein Kleingewerbe ist, musst du dieses Gewerbe anmelden. Die Gewerbeanmeldung kannst du bei der zuständigen Behörde vornehmen, die Zuständigkeit ist allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. In einigen Bundesländern kannst du eine Gewerbeanmeldung auch bei der Handelskammer vornehmen. Zur Gewerbeanmeldung benötigst du in der Regel ein Formular, das du meistens im Internet herunterladen kannst. In Berlin ist die Gewerbeanmeldung über ein online-Portal möglich.

Befreit von der Pflicht zur Gewerbeanmeldung sind Freiberufler (wie z.B. Ärzte, Rechts- und Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater), Betriebe der Urproduktion (wie z.B. land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Gartenbau, Weinbau, Fischerei) und die Verwaltung eigenen Vermögens. Auf die Gewerbeanmeldung folgt die Genehmigung. Nur bei bestimmten zulassungsbeschränkten Gewerben (wie z.B. Taxiunternehmen) oder erlaubnispflichtigen Gewerben (wie z.B. Spielhallen) sind besondere Voraussetzungen zu erfüllen.

Wichtige Regeln für den Kleingewerbetreibenden

  • keine Buchführungspflicht und Aufbewahrungspflicht von Korrespondenz
  • Erleichterung bei Einkommen- und Umsatzsteuer
  • Handelsregisteranmeldung möglich, aber nicht zwingend (dann aber Verlust der Vorteile)
  • Gewerbeanmeldung in jedem Fall erforderlich
  • Einschränkungen bei der Wahl des Namens für das Geschäft

Was ist ein Gewerbeschein?

Der Gewerbeschein ist ein Nachweis für die erfolgreiche Anmeldung eines Gewerbes. Dabei differenziert man zwischen Kleingewerbe, Nebengewerbe und das normale hauptberufliche Gewerbe. Die Anmeldung erfolgt in den meisten Fällen im Ordnungsamt (Abteilung Gewerbeamt) und kostet je nach Bundesland einmalig zwischen 20-35€. Neben der Angabe von Vorname, Nachname und Anschrift wird ebenfalls die Tätigkeit bzw. die entsprechende Betriebs- Tätigkeitsbeschreibung erforderlich. Oft helfen die Sachbearbeiter des Gewerbeamts bei der Spezialisierung bzw. genaueren Klassifizierung der Tätigkeit.

Welche Unterlagen und Informationen benötigt man?

Bei der Anmeldung sind folgende Unterlagen zwingend erforderlich. Um den Gewerbeschein ausführlich und komplett ausfüllen zu können müssen folgende Informationen vorliegen: Persönliche Daten, Anschrift, Telefonnummer sowie die betriebliche Adresse, falls abweichend von der Privatadresse. Für die Tätigkeit ist ansonsten noch wichtig, der Beginn der Tätigkeit, Mitarbeiteranzahl und die Art der Tätigkeit z.b. Werbeagentur usw.

Gewerbeschein auch unter 18 Jahren beantragen?

Ja es besteht durchaus die Möglichkeit als Minderjähriger einen Gewerbeschein zu erhalten. In der Regel ist eine Erlaubnis der Eltern (gesetzlichen Vertreter) erforderlich. Zu dem ist die Genehmigung des Vormundschaftsgericht einzuholen, dabei wird geprüft ob der Minderjährige über die Kenntnisse verfügt diese Tätigkeit ohne Probleme auszuüben und ob er oder sie über eine ausreichende Reife verfügt. Liegen diese beiden schriftlichen Zustimmungen vor, ist der Minderjährige uneingeschränkt Geschäftsfähig und kann für seine Firma rechtskräftige Verträge abschließen. Wichtig ist, dass man sich an gegebene Fristen und Absprachen hält, jegliche Missachtung der Regeln kann zum Ausschluss und Verlust des Gewerbeschein führen.

Mit dem Gewerbeschein darfst du offiziell mit der von dir angegebenen Tätigkeit Geld bzw. Umsatz generieren. Wichtig ist dabei noch anzumerken, dass du auf alle deine Einnahmen die Umsatzsteuer (außer bei der Kleinunternehmerregelung) und auf deinen Gewinn abzüglich Kosten und Freibeträge noch die Einkommenssteuer zahlen musst. Die Umsatzsteuer wird aktuell mit 19% verrechnet und dein Einkommensteuersatz ist abhängig von deinem Umsatz bzw. Gewinn. Bei Fragen zu Steuerangelegenheiten kann dir im Zweifelsfall nur ein kompetenter Steuerberater helfen, es ist auch empfehlenswert ab einer gewissen Geschäftsgröße fest mit einem Steuerberater zu kooperieren. In den meisten Fällen sind Entgelte von mehreren Hundert Euro monatlich fällig, hinblicklich des Aufwands ist dies aber gut investiertes Geld.

Kleinunternehmerregelung

Wer noch nicht imens hohe Umsätze generiert, der kann von der Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG Gebrauch machen. Dabei müssen Umsätze gegebenenfalls nicht mit der Umsatzsteuer besteuert werden, nach dem Motto Brutto gleich Netto. Liegt der Umsatz eines Unternehmens im ersten Jahr unter 17.500€ und im nachfolgenden Jahr voraussichtlich unter 50.000€ so kann von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht werden. Laut § 218 ff. AO besteht zwar dennoch eine Umsatzsteuerpflicht, allerdings wird sie vom Finanzamt nicht gefordert, demnach können Dienstleistungen und Produkte ohne Mehrwertsteuer angeboten werden. Ein Nachteil besteht jedoch trotzdem, denn Ausgaben sind nicht Vorsteuerabzugsfähig und somit nicht absetzbar.

Rechte und Pflichten eines Kleinunternehmers

Ein Kleinunternehmer nach § 19 UStG muss keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen und können im Gegenzug auch keine Vorsteuerabzüge geltend machen. Wer keine Umsatzsteuer bzw. MwSt ausweist, der kann sie auch nicht absetzen. Als Unternehmer ist man in der Pflicht dem Finanzamt bei Überschreitung des Grenzbetrags sofort Auskunft zu erteilen und etwaige Schätzungen abzugeben, damit die Kleinunternehmerregelung rechtskräftig gilt. Bei fahrlässigem oder arglistigen Betrug bzw. Verschweigen von Umsatzerhöhungen kann das gesamte Jahr für den Unternehmer umsatzsteuerpflichtig werden, auch wenn bis zu diesem Zeitpunkt alle Dienstleistungen und Produkte ohne MwSt ausgewiesen wurden. In diesem Fall müsste der Unternehmer jedem Kunden im nachhinein eine Rechnung mit ausgewiesener MwSt. ausstellen und das Geld einfordern. In den meisten Fällen gestaltet sich solch eine Aktion jedoch schwierig, vor allem, wenn es sich um private Endkunden handelt, die dann nicht mehr bereit sind Zuzahlungen zu leisten.

Gibt es steuerliche Vorteile?

Im Grunde spart man sich mit der Kleinunternehmerregelung die Umsatzsteuer, jedoch kann dann keine MwSt. auf die jeweiligen Dienste und Waren angerechnet werden, diese würden ja sowieso an das Finanzamt in Form der Umsatzsteuer gezahlt. Im Grunde ergeben sich auf wirtschaftlicher Sicht keine großen Vorteile für einen Kleinunternehmer, allerdings für private Endverbraucher, denn diese können die Preise vergleichen und bei Kleinunternehmern die MwSt. sparen.

So kannst du die Regelung in Anspruch nehmen

Eigentlich reicht es in den meisten Fällen aus, dem Finanzamt mitzuteilen, dass man sich mit seinen Umsätzen unter dem Grenzbetrag befindet und dies eventuell belegen und dann sollte die Regelung mit sofortiger Wirkung in Kraft treten. Wenn ein Unternehmer nach dem ersten Geschäftsjahr vergessen hat die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen, dann kann dies auch im Nachhinein noch beim Finanzamt durchgesetzt werden. Ich wünsche dir viel Erfolg, egal ob als Kleinunternehmer oder Großverdiener.

Geschrieben von:

Denis Hoeger CaballeroDenis Hoeger Caballero hat es in Rekordzeit zum erfolgreichen Millionen-Unternehmer im Internet geschafft. Heute ist er Marketing-Experte und hilft anderen Unternehmern dabei, im Internet erfolgreich Umsätze zu generieren. Melde dich jetzt kostenlos für einen seiner Webinare an, um zu erfahren, wie du auch als Einsteiger ein erfolgreiches Business aufbaust.

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